Raumfahrt –
Max Scholz
Von Dr. Frank Schmidt

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, sicherlich erinnern Sie sich noch an die spektakulären Bilder, die uns im Rahmen der Mission Pathfinder vor einigen Jahren vom Mars erreicht haben. Mittels einer Raumsonde war ein Fahrzeug auf der Oberfläche des roten Planeten abgesetzt worden, um sich dort ferngesteuert zu bewegen. Neben den Bildern, die es zur Erde zurückschickte, hinterließ es dort auch erstmals Spuren der menschlichen Zivilisation. In der Presse war von faszinierenden Bildern die Rede. Warum eigentlich? Ein halbwegs kompetenter Spezialist bei Film und Fernsehen hätte diese Bilder mit einem Bruchteil der Kosten besser produzieren können. Es sind nicht in erster Linie die Bilder, die uns faszinieren, sondern es ist der Traum des Menschen, den Weltraum zu durchqueren und damit – für unsere Vorstellungskraft zumindest – riesige Distanzen zu überwinden. Der erste Mensch im All, die Mondlandung – diese Ereignisse haben damals Millionen von Menschen in ihren Bann gezogen.
Die Überwindung von Raum war und ist aber auch auf unserem Planeten seit jeher ein entscheidender Antrieb gewesen. Sei es zu Fuß, mit Schlitten, auf Schienen oder mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen – der Mensch hat den Drang, sich zu bewegen, sich zu entfernen, von einem bestimmten Punkt zu starten und, nach einer bestimmten Zeitspanne, an einem anderen Punkt anzukommen. Zu diesem Zweck hat er verschiedene Fortbewegungsmittel erdacht und auch Wege geebnet, welche die Fortbewegung erleichterten oder überhaupt erst ermöglichen – etwa Brücken und Tunnel.

Weil Raum und Bewegung unser Leben maßgeblich bestimmen, sind beide von jeher auch ureigene Themen der Kunst gewesen. Zahlreiche Künstler seit der Antike haben sich mit der Erforschung des Raumes beschäftigt, etwa mit der Frage, wie der dreidimensionale Raum im zweidimensionalen Medium der Kunst darstellbar sei. Der große Italienische Künstler des 13. Jahrhunderts Giotto war in dieser Hinsicht einer der ersten Raumfahrer, der durch die Perspektive einen Eindruck von Räumlichkeit herzustellen vermochte. Die Renaissance konnte
dies perfektionieren. Erst das 20. Jahrhundert hat die Errungenschaften der perspektivischen Raumdarstellung in der Malerei wieder über Bord geworfen. An ihre Stelle sind neue Versuche getreten, Raum und Zeit im Medium der Kunst zu thematisieren. Exemplarisch können Kubismus und Futurismus genannt werden. Dampfmaschinen, Autos und Flugzeuge wurden von den italienischen Futuristen zu Beginn des 20. Jahrhunderts begeistert aufgenommen. Sie galten als Protagonisten einer neuen Welt und mussten daher in der Kunst gefeiert werden. Die Dampfmaschine, so propagierte es das berühmte futuristische Manifest, sei schöner als die Nike von Samothrake.
Happening und Fluxus waren weitere Schritte, Zeit, Bewegung und Raum zu Ausdrucksträgern des Kunstwerks zu machen. In jüngster Zeit sind Video und Filmkunst dazu gekommen, also die bewegten Bilder. Allen diesen Richtungen ist eines gemein – sie erfordern eine andere, eine neue Aufmerksamkeit des Betrachters. Er nimmt nicht mehr ein abgeschlossenes Ganzes wahr, sondern Teile, Einheiten, die er „zusammensetzen“, vervollständigen muss.

„Raumfahrt – bewegte Kunst im museum mobile – so lautet der Titel der Ausstellung des Kölner Künstlers Max Scholz in diesem Haus. Eine Ausstellung über das Thema Bewegung also – was läge näher?. Der Paternoster, durch den einige der Exponate in permanenter Wiederholung am Betrachter vorbeifahren, verkörpert schließlich die nicht endende Bewegung. Im Unterschied zum Fahrstuhl-Paternoster, den man heute leider nur noch selten findet, bewegen jedoch nicht wir uns, sondern die Welt – in Form aufregender Automobile – zieht an uns vorbei. Anders als in der uns vertrauten Wahrnehmung bewegen sich jedoch die Autos – streng genommen – nicht selbst, sondern werden von einem riesigen Transporter bewegt.

Die aufwändige Präsentation der Automobile macht deutlich, dass diese Fahrzeuge einen besonderen Status besitzen, der über den eines reinen Gebrauchsgegenstandes – eines Fortbewegungsmittels – hinausgeht. Das Automobil ist schon seit langem museal und der Ausspruch Hans Wichmanns, des langjährigen Leiters der Neuen Sammlung München: „Design ist Kunst die sich nützlich macht“ hat hier, wie in kaum einem anderen Bereich seine
Berechtigung. Die momentan in der Pinakothek der Moderne in München zu bestaunenden Mythen von Lamborghini bestätigen dies eindrucksvoll.

Doch heute wird hier keine Automobil- oder Designausstellung eröffnet, auch wenn Max Scholz an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln studiert hat. Sein Studienfach war vielmehr das der Bildhauerei. Von klassischer Bildhauerei kann hier allerdings kaum die Rede sein. In der über uns liegenden Rotunde werden Ihnen zunächst vierrädrige Fahrzeuge begegnen, die sich gerade dadurch auszeichnen, dass Ihnen jegliches Design fehlt. Sie bahnen sich in einer langsamen und gleichmäßigen Bewegung auf Schienen ihren Weg durch den Raum. Diese Fahrzeuge fungieren als Transporter für unterschiedliche rote, blaue oder grüne Behältnisse wie Kanister, Gemüse- oder Wasserkisten. Aufgrund des sich schlängelnden Weges, der sich mäanderförmig durch den Raum zieht, kommen diese farbigen Aufbauten sich mal näher, mal entfernen sie sich voneinander. Bald ergeben sich so neue Farbbeziehungen und neue Raumkonstallationen.

Es hat den Anschein, farbige Skulpturen bewegten sich wie von Geisterhand angetrieben durch den Raum. Wir haben es, so der Untertitel der Ausstellung, mit bewegter Kunst zu tun. Das zentrale Stichwort ist jedoch jenes der Raumfahrt. Mit diesem Begriff bringt Scholz den zentralen Aspekt seines Werks prononciert zum Ausdruck. Da liegt es zunächst nahe, wie ich dies eingangs bereits suggeriert habe, an die Weltraumfahrt zu denken. An Raumschiffe, die Enterprise oder Orion  heißen. Der Weltraum interessiert Scholz allerdings weniger, wenn er sagt: Wir leben auf dem Raumschiff Erde und das ist Raumfahrt genug.

Befreit man nun den Begriff der Raumfahrt von dieser einschränkenden Assoziation, so bieten sich reiche Deutungsmöglichkeiten und Lesarten an. Ich hatte bereits den Maler Giotto als einen Raumfahrer bezeichnet. Aber auch jeder von uns ist ein Raumfahrer, indem er sich – auf unterschiedlichste Art und Weise – tagtäglich durch den Raum bewegt. Mathematisch-physikalischen betrachtet beinhaltet Raumfahrt die Parameter Raum und Zeit. Fahrzeuge oder Menschen sind Raumfahrer, indem sie sich in einer bestimmten Zeit durch den
Raum bewegen. Indem wir uns bewegen, verändert sich etwas: wir verändern uns, indem wir unseren Standort wechseln und damit verändert sich, wieder nur durch unseren Blickwinkel, auch der Raum. Dieses Phänomen zu zeigen, sich dessen überhaupt bewusst zu werden, ist ein Anliegen des Künstlers. Zu diesem Zweck errichtet er kleinere oder größere Versuchsanlagen die trotz der Perfektion der Ausführung doch immer den Anschein des Experimentellen haben.
In diesem Sinne kann man Scholz als Forscher bezeichnen, der den Phänomenen der Zeit und des Raums nachgeht.
Den Künstler und den Forscher verbindet, dass beide nichts von vorneherein Abgeschlossenes, Vorhersehbares schaffen. Ein Kunstwerk ist auch immer ein Experiment, das den Betrachter zu seiner Vollendung benötigt. Das gilt für die Mona Lisa wie für ein Happening von Beuys. Kunst ist ein Angebot, die Welt auf die eine oder andere Art zu sehen. Der Betrachter ist gerade auch bei den Werken von Scholz aufgefordert, sich diese zu erarbeiten, an der Bewegung teilzunehmen.

Das Grundthema von Zeit und Bewegung findet sich in allen seinen Arbeiten. Der auf den ersten Blick spartanische, auf ein funktional Notwendiges reduzierte Aufbau, der die Arbeiten auszeichnet, ist wichtig, um eine möglichst neutrale Basis zu schaffen, auf der sich die Wirkungen und Eindrücke um so eindringlicher entfalten können. Die Fahrzeuge sind archaisch, sind in ihrer Erscheinung keinem zeitgebundenen Automobildesign verpflichtet. Als besonderes Merkmal besitzen sie etwa auch kein Vorne und kein Hinten. Ohne zu wenden, können sie in jede Richtung fahren – sie sind richtungslos. Selbst die auf die sogenannte gute Form bedachte Hochschule für Gestaltung in Ulm hätte derartige Fahrzeuge nicht entwerfen können und wollen. Aus jeglicher Zeitlichkeit entbunden, die Design ja auch immer generiert, wird allein das Thema der Mobilität, des Fahrens zum Ausdruck gebracht.

Zum Fahren gehört neben dem  Transportmittel auch der Weg, die Fahr-Bahn. Auch diese präsentiert uns Max Scholz in einer reduzierten Form. Zumeist, und das mag hier in einem Automobilmuseum erstaunen, handelt es sich dabei um Schienen und nicht um Straßen. Lediglich in der Arbeit Autobahnen bewegen
sich die Fahrzeuge auf einer mit Plastilin beschichteten Platte. „Bewegen sich“, diese Formulierung ist eigentlich falsch, den die Autos bewegen sich nicht. Nur anhand der Spuren, die sie im weichen Material hinterlassen hat, ist die Bewegung nachvollziehbar, eine Bewegung jedoch, die sich in der Vergangenheit und somit in der Zeit ereignet hat.

Die Zeit spielt neben dem  Raum eine ganz entscheidende Rolle für Scholz. Schon am Eingang wird der Besucher mit diesem Thema konfrontiert. Fünf auf Ständern befestigte Digitalzähler zählen die Zeit. Von 0 bis 999 und dann wieder von vorne beginnend.

Sie zählen sie jedoch nicht synchron, sondern jeder Zähler hat seine eigene Geschwindigkeit. Unsere Wahrnehmung bestimmt das Vergehen der Zeit. Zeit ist keine feste Größe, ist immer auch vom Raum abhängig. Mit einem Fahrzeug legen wir eine Strecke in einer gewissen Zeit zurück. Auch wenn ich nun einen Begriff aus dem Science Fiction Genre bemühe, Fahrzeuge sind solchermaßen Zeitmaschinen. Weil sie sich zumeist sehr langsam bewegen, machen Sie uns bewusst, das die Zeit vergeht, gleichmäßig, ohne unterlass – endlos.
Diese, ganz bewusst am Beginn der Ausstellung platzierte Arbeit Zahlen zählen, fordert uns auf, unseren gewohnten Rhythmus zu verlassen und uns nun auf eine andere Zeit einzulassen.

Auf den Schienen, die mal Gerade, mal, wie bei der nun folgenden großen Installation Mit hundert Sachen sich mäanderförmig durch die Ausstellung winden, bewegen sich die Fahrzeuge auf vorherbestimmten Bahnen gleichförmig durch den Raum. Ein Ausscheren, ein Ausweichen und vom Kurs abkommen ist nicht möglich. Die Vorgehensweise des Künstlers ist hier der des Zeichners verwandt. Wie dieser Linien über ein Blatt Papier zieht, so zeichnet Scholz gleichsam Schienen in den Raum.

Diese skulpturale Anmutung ist eine weitere wesentliche Qualität der Arbeiten. Ganz bewusst hat Scholz keinen zweigleisigen Schienenstrang gewählt, wie wir ihn von der Eisenbahn kennen. Aus technischer Sicht hätte er den Fahrweg auch ganz weglassen können. Doch dann würde etwas entscheidendes fehlen. Die Bahnen sind Fahrweg und Skulptur zugleich. Sie verdeutlichen die ständige
Wiederholung der Bewegung sowie den zurückgelegten Weg und sind gleichzeitig von hoher ästhetischer Qualität.  

Man muss sich an dieser Stelle nur bewusst machen, dass auch Architekten und Städteplaner in dieser Art Zeichner und Künstler sind, die unseren Planeten durch die verschiedenen Transportwege wie Straßen und Schienen be-zeichnen.
Merkt man den meisten unserer Straßen und Wege allerdings ihre Zweckbestimmtheit und Funktion an, den schnellstmöglichen Weg von A nach B zu ermöglichen, haben die Wege, die Scholz durch den Raum zeichnet, eine spielerische Anmutung. Sie führen im Kreis und sind ohne erkennbares Ziel. Der Künstler präsentiert uns eine Art Choreographie der Bewegung. Losgelöst vom Zweck – auch die Kisten in der Installation Mit hundert Sachen haben offenbar keinen Ort, von dem sie kommen oder an den sie gebracht werden sollen – wird rein die Bewegung thematisiert, als ein essentielles wie ästhetisches Phänomen des Lebens.
 
Scholz steht hier der amerikanischen Minimal Art nahe, die, mit reduzierten Mitteln wie etwa einfachen geometrischen Formen auf grundlegende Sachverhalte in unserer Welt aufmerksam machen will. Sein und Nichtsein, Stillstand und Bewegung. Und noch eine weitere Gemeinsamkeit mit der Minimal Art liegt in der Beachtung des Raumes, in der sich das Kunstwerk befindet. Die großen Installationen von Scholz beziehen sich immer auf den Raum. Der Raum gibt dem Ganzen erst einen Rahmen.

An jedem Ort muss sich Scholz neu auf die jeweiligen Gegebenheiten einstellen. Hier in Ingolstadt ist es die Rotunde, die sich, anders als in der klassischen Galerie, nach Außen öffnet. Und es ist der Paternoster, der ein weiteres Moment der Bewegung einbringt. Scholz hat sich von diesen „Widrigkeiten“ inspirieren lassen. Die Hochtische der Autobahnen verlaufen in etwa entlang der Ettinger Straße, die durch die großen Scheiben mit dem Innenraum kommuniziert. Und auch die große Motorwolke direkt an der Scheibe tritt in ein poetisches Spiel mit dem Außen, dem Himmel. Sie, meine
Damen und Herren, sind aufgefordert, sich auf diese vielfältigen Wechselwirkungen mit Architektur, dem Innen und Außen, einzulassen.

Die Arbeiten von Max Scholz bleiben allerdings nicht in der Ebene der reinen Bewegung verhaftet. Über die Titel lässt er die verschiedenen Bedeutungs- und Assoziationsebenen der Sprache mit einfließen. Mit hundert Sachen evoziert zunächst die Vorstellung von Geschwindigkeit. Ich fahre mit hundert Sachen meint umgangssprachlich – heute vielleicht bereits etwa antiquiert – ich bewege mich schnell. Die Wagen der Installation fahren allerdings eher gemächlich. Auch sind sie mit verschiedenen Gepäckstücken beladen, auf die sich der Titel ebenfalls bezieht. Hier ist demnach auch das Thema Transport angesprochen. Es ist dies einer der Punkte, in die Scholz sein Raumfahrtprogramm gliedert. Die anderen sind „Totale Mobilität“, „Transit“, „Zählen“ und „Erfahrungen“.

Erfahrungen. Das Wort fahren liegt auch diesem Begriff zugrunde. Indem wir uns bewegen, erfahren wir unsere Welt und erweitern unseren Horizont. Die Bewegung wird so unweigerlich auch zu einer Metapher des Lebens. Bewegung ist Leben, Stillstand ist Tod. Wer sich auf den Lebensweg begibt, für den beginnt ein stetiges Suchen. Wenn wir sagen, uns bewegt etwas, dann handelt es sich dabei um einen Gefühlsausdruck, der einen Antrieb beinhaltet, der etwas anstößt und somit erneut das Potential der Bewegung in sich birgt.
Max Scholz scheint uns hier allerdings einen Widerspruch vor Augen zu führen. Das Thema des Suchens, des Erforschens der Umwelt wird durch die Schienen ad absurdum geführt. Die Wege sind vorgezeichnet, die Bahnen ausgetreten. Der totalen Mobilität, die eines der Ziele der industriellen Gesellschaft ist, werden solchermaßen ihre Grenzen aufgezeigt. So sehr wir uns auch räumlich verändern, so sehr bleibt der Mensch doch in seinen Begrenzungen gefangen. Diese Begrenzungen betrachtet Scholz allerdings keineswegs nur negativ, sondern auch als eine Notwendigkeit des Lebens. Wir brauchen diese Bahnen, um uns zurechtzufinden. Wege, seien sie materiell oder gedanklich, sind eine essentielle Notwendigkeit.

Wenn Sie die Rotunde durchlaufen haben, werden Sie, kurz vor dem mächtigen Paternoster, noch auf eine kleine Installation treffen. Auf Pappkartons stehen
sogenannte Ideentransporter. Gefundene Objekte wie Joghurtbecher oder Pralinenschachteln in den verschiedensten Farben, allesamt aber aus Kunststoff, sind auf rudimentäre Fahrzeuggestelle montiert.
Sei es bei den Ideentransportern oder bei den Autobahnen – Scholz bildet die Welt gewissermaßen im Kleinen ab. Und allein durch diese Verkleinerung, durch die Reduzierung, durch das großzügige Weglassen, also letztlich, durch die Künstlichkeit des Ganzen, können wir das Thema nachvollziehen, um das es dem Künstler geht.

Die Form der Präsentation mit den gestapelten Kartons nimmt nochmals Bezug auf den Ort dieser Ausstellung, das museum mobile. Das Serielle, das bereits in den gestapelten Kästen der großen Rauminstallation thematisiert war, wird hier im unmittelbaren Gegenüber mit dem Serienprodukt Auto gezeigt. Wiederholung, Kreislauf und Bewegung.
Mit diesen Themen bieten die Arbeiten von Max Scholz zahlreiche Anregungspunkte, sich mit dem speziellen Ort dieses Museums auseinander zusetzen. Damit erschöpfen sich die Arbeiten jedoch keinesfalls. Meine Ausführungen konnten einige Punkte nur streifen. Lassen Sie sich inspirieren und anregen. Und vor allen Dingen: Lassen Sie Sich auf das Experiment ein, das der Künstler vor Ihnen ausbreitet.

Ein Zitat von Paul Virilio, das Sie auch in der Ausstellung finden, mag nun abschließend einen Gedankenanstoß geben:

„Indem man mit der Transportindustrie die Fabrikation der Geschwindigkeit erhöht und unablässig die Leitfähigkeit, die Durchdringbarkeit der durchquerten Orte und Gegenden verbessert, beschleunigt man auch ihre Auflösung und Zerstreuung.“

Die Arbeiten von Max Scholz wirken in ihrer Konzentriertheit gegen diese Auflösung und Zerstreuung. Sich darauf einzulassen dürfte allerdings speziell an diesem Ort einigermaßen schwer fallen: In einem Museum nämlich, dessen Automobile u.a. für Ihre Schnelligkeit bekannt sind, verlangt es einige Anstrengung, sich zu entschleunigen.

Entdecken Sie die Langsamkeit!